Bayerns Polizei braucht Cyber-Cops

Als erstes Bundesland schafft Bayern eine Sonderlaufbahn für Computer-Spezialisten. Die Cyber-Cops sollen vor allem auf dem Gebiet der Industriespionage ermitteln.
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Ermitteln im Internet: Die Polizei in Bayern sucht Informatiker.
ap Ermitteln im Internet: Die Polizei in Bayern sucht Informatiker.

MÜNCHEN - Als erstes Bundesland schafft Bayern eine Sonderlaufbahn für Computer-Spezialisten. Die Cyber-Cops sollen vor allem auf dem Gebiet der Industriespionage ermitteln.

Informatiker sollen in Zukunft in Bayern als Cyber-Cops das Landeskriminalamt im Kampf gegen die wachsende Internetkriminalität unterstützen. Das bayerische Innenministerium sucht Computerspezialisten, die in einer Intensivausbildung zu Polizeibeamten ausgebildet werden.

Ministeriumssprecher Oliver Platzer bestätigte am Samstag einen Bericht des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“. Unterdessen wurden in Nürnberg 1261 junge Polizeibeamte vereidigt, so viele wie noch nie. „Sie sind die Garanten dafür, dass die Menschen im Freistaat Bayern auch zukünftig sicherer als in anderen Ländern leben können“, sagte Innenminister Joachim Herrmann (CSU) laut Mitteilung bei dem Festakt am Samstag.

Bayern schaffe als erstes Bundesland eine Sonderlaufbahn für Computerspezialisten, erläuterte Ministeriumssprecher Platzer mit Blick auf die künftigen Cyber-Cops. Bereits bei der Bekämpfung von Wirtschaftskriminalität seien Experten aus der Wirtschaft angeworben worden. Weil damit gute Erfahrungen gemacht wurden, sollen nun auch in der Wirtschaft arbeitende Computerexperten als Polizisten ausgebildet werden. Sie sollen allerdings nur im Kampf gegen Internetkriminalität und nicht in anderen Bereichen eingesetzt werden.

Problem Industriespionage

Anlass für die bayerische Initiative ist laut „Spiegel“ der Zuwachs bei Fällen von Industriespionage, die der deutschen Wirtschaft angeblich jährlich Milliardenschäden zufügt. Die Spione hacken sich meist unbemerkt über sogenannte Trojaner in die Systeme auch kleiner und mittelständischer Unternehmen und saugen Daten ab.

„Alle zwei Sekunden wird irgendwo auf der Welt eine Schad-Software ins Netz gestellt“, sagte der bayerische LKA-Präsident Peter Dahte dem „Spiegel“. Internetkriminalität sei heute die drittgrößte Herausforderung der Polizei, gleich nach Terrorismus und Organisierter Kriminalität.

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