Aufkleber verboten: Club-Fan stocksauer!

Grün-Weiß gegen Rot-Schwarz: Wegen eines winzigen FCN-Wappens an seinem Nummernschild bekam Ralf-Peter Vogel aus Eibach Ärger mit der Polizei
NÜRNBERG Auf die „Weiß-Grünen“ ist Ralf-Peter Vogel (51) dieser Tage nicht allzu gut zu sprechen. Und damit meint der überzeugte Club-Fan nicht etwa die Fürther Kleeblättler, die am Wochenende einen 5:0-Erfolg eingefahren haben, während sein Club weiter auf einem Abstiegsplatz dümpelt. Die ungeliebten „Weiß-Grünen“ sind für Vogel Polizisten, die seine Leidenschaft für den 1.FCN jüngst mit einem Knöllchen „honorierten“.
Vogel arbeitet als Speditionskaufmann am Flughafen und stellte am Freitag, 15. Januar, seinen Audi – wie jeden Tag – am Mitarbeiterparkplatz ab. Nachdem er sein Tagwerk verrichtet hatte und wieder heim nach Eibach fahren wollte, staunte er allerdings nicht schlecht: Hinter seinem Scheibenwischer klemmte ein sehr amtlich aussehender Zettel. „Mitteilung über Fahrzeugmängel“ überschrieben, mit einem Stempel der Polizeiinspektion Nürnberg-Flughafen.
"Die waren Bayern- oder Fürth-Fans"
„Mängel durch Kennzeichen“ war angekreuzt, als Bemerkung handschriftlich hinzugefügt: „Bitte entfernen Sie die beiden Aufkleber von beiden amtlichen Kennzeichen“.
Die Club-Aufkleber also! Kleine runde Wappen mit FCN-Logos, die auf den Kennzeichen genau in die Mitte der EU-Sterne passen und voraus- und hinterherfahrenden Autolenkern signalisieren: Hier fährt ein Club-Fan. Dass Tausende Cluberer mit diesen Aufklebern durch die Gegend kutschieren, macht sie allerdings nicht legaler: „Auf amtlichen Urkunden darf keinerlei Veränderung vorgenommen werden“, erklärte Polizeisprecher Bert Rauenbusch lapidar auf AZ-Anfrage.
So recht einsehen will das Herr Vogel trotzdem nicht und beteuert: „Man sieht doch alles auf dem Nummerschild.“ Für ihn steht fest: „Die Flughafenpolizisten waren Bayern- oder Fürth-Fans.“
Steffen Windschall